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Geografie, Geologie und Reisen
Die Kontinentalverschiebung

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Eigentlich fällt es jedem Erstklässler auf, wenn er das erste Mal in der Schule vor der grossen Weltkarte steht: Irgendwie sehen die Kontinente aus, als ob sie eigentlich zusammen gehören, wie ein Puzzle. Vor allem die südamerikanische Ostküste und die afrikanische Westküste - das sieht jede(r) auf den ersten Blick.

Und doch ist dieser Umstand der Kontinentalverschiebung erst seit den 1960er Jahren allgemein anerkannt. Der Geologe Alfred Wegener (1880-1930) hat diese Beobachtung erstmalig vor fast genau 100 Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Theorie der Kontinentalverschiebung sagt im wesentlichen aus, dass sich die Kontinente auf der Asthenosphäre, der unteren Schicht des Erdmantels, bewegen. Das Land (die Lithosphäre) schwimmt gewissermassen auf der zähflüssigen Asthenosphäre, wie Eisschollen auf dem Meer.

Die Bewegung kommt daher, dass die glutflüssige Magma sich unter den Erdplatten langsam bewegt und zwar vom Erdinnern an die Oberfläche. Dadurch entsteht aber tatsächlich eine Kreisbewegung.

Man kann das im Haushaltsexperiment beobachten, wenn man Wasser zum Kochen bringt und zwar durch eine ungleichmässige Verteilung der Hitzezufuhr: Das Wasser steigt über der heissesten Stelle auf und drängt dabei natürlich das Oberflächenwasser zur Seite. In den kälteren Randzonen des Topfes in unserem kleinen Experiment sinkt das Oberflächenwasser nach unten (denn dort hat das heisse Wasser ja sozusagen Platz gemacht), wird dort wiederum erhitzt und der Kreislauf beginnt von neuem.

Zurück zur Plattentektonik:
An den Bruchkannten der 7 grossen und mehreren kleinen Kontinentalplatten strömt heisses Material aus dem Erdinnern an die Oberfläche. Es türmt sich auf und drückt dabei die Erdplatten auseinander.

Man kann das nur an wenigen Stellen auf der Erde tatsächlich beobachten, denn die Bruchkanten der Kontinente liegen fast überall unter Wasser. Weltweit die beste Stelle, um die Kontinentalverschiebung tatsächlich sehen zu können, besteht wohl auf der Insel Island, denn dort verläuft der Grabenbruch aufgrund besonderer geologischer Bedingungen quer über die Insel:
Wer durch die isländische Almannagja-Schlucht wandert, befindet sich zwischen den Kontinenten: Die Nordwest-Seite (der Bruch verläuft von Südwesten nach Nordosten) gehört zur amerikanischen Kontinentalplatte, die Südostwand der Schlucht zur eurasischen. Mit 20 Schritten von Europa nach Amerika!

Genau bei den Azoren stossen sogar 3 Kontinentalplatten aneinander, nämlich die amerikanische, die eurasische und die afrikanische Platte. Die beiden westlichsten Azoreninseln Flores und Corvo liegen schon auf der amerikanischen Platte; die kleine Azoreninsel Vila do Porto zwar auf der eurasischen, aber unmittelbar über der Bruchkante zur afrikanischen.

Die Bewegung zwischen den Kontinentalplatten verläuft in den verschiedenen Gegenden etwas unterschiedlich schnell: Die amerikanische und die europäische Platte entfernen sich pro Jahr durchschnittlich um 2 cm voneinander. Hört sich wenig an, ist aber tatsächlich ziemlich schnell, wenn Sie sich mal vorstellen, dass das in nur 100 Jahren also etwa 2 m sind.

Über die 7 Kontinentalplatten (nordamerikanische, südamerikanische, pazifische, antarktische, afrikanische, eurasische und indisch-australische Platte) und die Auswirkungen der Plattentektonik auf die Erdoberfläche (Erdbeben, Vulkanismus) und die anderen mit diesem faszinierenden Vorgang zusammenhängenden Ereignisse schreiben wir an dieser Stelle demnächst mehr.


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